Die LEADER-Region Westlausitz, die aus 12 Städten und Gemeinden besteht, hatte bereits in ihrem Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept (ILEK) aus dem Jahr 2007 die Entwicklung zur „Energieautarken Region Westlausitz“ als eines der Leitprojekte festgelegt. Mit dem Projekt verfolgte die Region das Ziel, rein rechnerisch genauso viel Energie regional zu erzeugen wie übers Jahr von der Region verbraucht wird (vorrangig in den Bereichen Wärme und Strom). Mit der Umsetzung des Leitprojektes sollte der Region zudem ein Image verliehen werden, mit dem sich die Einwohner identifizieren konnten und welches durch diese mit getragen wird.

Im Rahmen dieses Leitprojektes wurden in der Westlausitz zwei sächsische Pilotprojekte umgesetzt. 

Auch in der aktuellen LEADER-Entwicklungsstrategie für die Region spielt der Bereich der intelligenten und nachhaltigen Nutzung von Energie eine wichtige Rolle. So wird das kommunale Energiemanagement in den Städten und Gemeinden auch nach Projektende fortgesetzt.

Auf unserer Energie-Homepage informieren wir über den Prozess und Erfahrungen aus dem Projekt.

Energie-News

Streit um Windrad-Drehrichtung


Nicole Weinhold

Wir kennen die Diskussion über linksdrehende oder rechtsdrehende Milchsäure. Wenn es nicht gerade um Säuglingsernährung geht, spielt die Richtung aber keine Rolle - außer vielleicht für die Werbefachleute der Molkerei-Industrie. In Australien dreht sich der Strudel des ablaufenden Badewassers anders herum. Auch das spielt keine Rolle. Ebenso wenig schmeckt ein Martini je nach Rüherrichtung anders. Und ob ein Karussel rechts- oder linksherum dreht, interessiert auch nur die Wenigsten. Dieses Sammelsurium der Drehrichtungen kann jetzt erweitert werden um eine Frage, die das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) aufgeworfen hat: Sollten Windkraftanlagen nicht lieber andersherum drehen? Die Tagespresse reagierte prompt mit aufgeregten Schlagzeilen: "90 Prozent der Windräder drehen sich falsch herum", "Verschenktes Potential durch falsche Drehrichtung", "Streit um linksdrehende Rotoren".

Im August 2019 veröffentlichten Antonia Englberger, Andreas Dörnbrack (beide (German Aerospace Center, Institute of Atmospheric Physics, Oberpfaffenhofen, Germany),und Julie K. Lundquist (Department of Atmospheric and Oceanic Sciences, University of Colorado Boulder, Boulder, USA; National Renewable Energy Laboratory, Golden, Colorado, USA) ein Diskussionpapier, das der Frage nachgeht, ob die Drehrichtung einer Windkraftanlage den Nachlauf in einer stabil geschichteten atmosphärischen Grenzschicht beeinflusst und welche Auswirkungen dies auf den Ertrag der Anlagen haben kann. Im Januar 2020 folgte ein zweites Diskussionpapier, welches klären will, ob sich Windkraftanlagen in die entgegengesetzte Richtung drehen sollten. Dieser Beitrag wurde ab Mitte Juni in vielen Medienberichten aufgegriffen und zitiert. Wie nach der vom DLR angekurbelten Diskussion über Insektensterben an Windkraftanlagen fragt sich die Windkraft-Branche auch diesmal wieder: Was ist der Sinn dieser Thesen? Wir sprachen mit dem Geschäftsführer des Bundesverbands Windenergie, Wolfram Axthelm.

Drehen alle Windkraftanlagen verkehrt herum? Laut DLR schon….

Wolfram Axthelm: Die Debatte hat uns überrascht. Zunächst ist man angesichts der in den Raum geworfenen These etwas ratlos. Schon die Recherche der Quellen des Diskussionspapiers – denn es ist ausdrücklich keine Studie – wirft eine Reihe von Fragen auf. Die rein theoretischen Simulationen blenden aus, wie sich die Anordnung der Anlagen innerhalb eines Parks auswirkt oder wie Turbulenzen die beschriebenen Effekte verringern. Dann stützen sich die Autoren auf Beobachtungen in großen, flachen Ebenen der USA. Diese lassen sich auf die vielfältige Topgrafie in Europa nicht übertragen.

Die Diskussion besteht schon seit August 2019. Was steckt dahinter?

Wolfram Axthelm: Gemeinsam mit einer US-amerikanischem Autorin haben zwei Wissenschaftler des DLR im August 2019 ein erstes Diskussionspapier veröffentlicht und im Januar, mit Veröffentlichung eines zweiten Papieres, zugespitzt. Diese Zuspitzung fand den Weg in die Medien und schon stand im Raum, dass die Energieausbeute bei linksdrehenden Rotoren deutlich größer ist als bei den derzeit betriebenen rechtsdrehenden Rotoren. Dies ist wissenschaftlich nicht belegt und technisch falsch.

Warum ist das Aufwerfen dieser Fragestellung nicht zielführend?

Wolfram Axthelm: Fragen darf die Wissenschaft immer stellen. Dies ist sogar deren Aufgabe. Aber Wissenschaft ist auch gefordert keine Missverständnisse zu provozieren. Die Zusammenfassung und Überschriften der Texte suggerieren, dass die Drehrichtung insgesamt links statt rechts sein sollte. Im Text wird aber die zweite Reihe von Anlagen innerhalb eines Windparks diskutiert und behauptet, dass linksdrehende Anlagen in der zweiten Reihe zu höheren Erträgen führen. Schon dies ist falsch. Gleichzeitig ist wohl jedem klar, was es bedeutet wenn die erste Reihe im Uhrzeigersinn und die zweite links, die dritte wieder im Uhrzeigersinn etc. dreht. Dies würde die Akzeptanz in der Bevölkerung untergraben.

Das DLR hatte zuletzt durch eine Studie über Windkraft und Insekten auf sich aufmerksam gemacht. Wie kommt es zu diesen ungewöhnlichen Fragestellungen in einer Forschungseinrichtung, die dem zügigen Ausbau einer sauberen Energiequelle wie der Windkraft nicht dienlich ist? Geforscht wird ja sonst eher dahingehend, die Technologie voran zu bringen: Mehr Ertrag, weniger Material, besserer Transport, weniger Umwelteinfluss wie Schall…

Wolfram Axthelm: Die aktuell publizierte These hat, wie die vor einem Jahr zu Insekten, viel mit Kaltakquise von Drittmitteln zu tun, aber wenig mit Wissenschaftlichkeit. Wenn Thesen aufgestellt und medial publiziert werden, die dem wissenschaftlichen Ruf der Institution eigentlich nicht mehr gerecht werden, sollte dies zu denken geben. So Forschungsbedarf zu generieren, gehört sich nicht.

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Jeder Anlage sei gut gedient


Tilman Weber

Optimierung von Windenergieanlagen und Windparks. Ein schlankerer und kostengünstigerer Instandhaltungsservice. Die Digitalisierung im Management, in der Fortbildung und im Betrieb der Windkraftanlagen. Bessere Windstromausbeute. Repowering alter Windparks oder Weiterbetrieb von Altanlagen auch nach dem Ende der Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG): Die Betätigungsmöglichkeiten für Serviceunternehmen in und um die Windparks sind auch unter den Bedingungen eingeschränkter Bewegungsmöglichkeiten während der Corona-Pandemie nicht weniger geworden. Im Gegenteil: Der Neubau größerer Windparks mag durch die Pandemie-Notstandsregeln noch weiter gebremst sein, als es die poliltische Blockade in Berlin gegen den Ausbau hierzulande schon bewirkt. Doch der Bedarf an Servicediensten nimmt eher zu. ....

Lesen Sie hier den in der Juni/Juli-Ausgabe unseres gedruckten Magazins erschienenen Artikel zum Schwerpunktthema Windparkoptimierung, den mehrere Firmen der Branche mit ihren Anzeigen ermöglicht haben. Sehen Sie auch die Porträts der Interviewten und die einzelnen Firmenangebote in der Bilderstrecke.

Bilderstrecke

Polen will schneller viel Ostsee-Windstrom


Tilman Weber

Der neue Entwurf des angekündigten ersten Offshore-Windkraftgesetzes des Landes sieht nun einen regelrechten Kickstart vor: Mit ihm will die Regierung in Warschau in der schon bisher anvisierten ersten Ausbauphase mittels eher schnell aushandelbarer Ausbauverträge mit den Projektierern nun schon 5,9 Gigawatt (GW) Erzeugungskapazität bis Mitte der 2020-er Jahre in die See bringen. Noch im Januar hatte Warschau die UD34 genannte Gesetzesinitiative mit der Vorgabe von 4,6 GW für diese Startphase veröffentlicht – und zugleich die öffentlichen Beratungen darüber eingeleitet. Für die zweite Ausbauphase sieht der jetzige Gesetzentwurf nun zwei reguläre Ausschreibungen vor, in denen die Zuschläge an die Investoren mit den Geboten der geringsten Vergütungsansprüche gehen sollen. Sie sollen 2025 und 2027 stattfinden und erhöhen den ersten Ausbauhorizont damit auf 10,9 GW. Der erste Gesetzentwurf hatte noch insgesamt ein Ausbauvolumen von 10,1 GW umfasst – wobei 0,5 GW nur optional einer kleineren Ausschreibung im Jahr 2023 vorbehalten waren, falls der erste Anschub nicht das gewünschte Volumen erreichen sollte.

Damit erhöht die polnische Regierung die für die 2020-er Jahre anvisierte Projektpipeline auch insgesamt um 1,3 GW – von bisher vorgesehenen 9,6 auf 10,9 GW. Die polnische Windenergie-Branchenorganisation PSEW erklärte bereits ihre Übereinstimmung mit den Plänen: Die neue Dimension der mit dem Gesetz angestrebten Meereswindkraft in der polnischen Ostsee entspreche dem tatsächlichen Potenzial der fortgeschrittenen Projekte.

Nach Einschätzung des Chefs des Offshore-Windenergie-Branchenverbandes, Mariusz Witonski, könnte das Gesetz im September schon in Kraft treten, wie er zu ERNEUERBARE ENERGIEN im Mai gesagt hatte. Erste Windparks könnten mit einer Kapazität von 1,4 bis 2,5 GW könnten gemäß dieser Einschätzung bis 2025 ans Netz gehen. Zudem wird immer wahrscheinlicher, dass die ab 2025 vorgesehenen Ausschreibungen eine Vergütung nach dem britischen CFD-System einführen: Die bezuschlagten Bieter erhalten demnach den in der Auktion ermittelten Preis pro Kilowattstunde (kWh) durch Einnahmen aus dem Stromhandel und durch eine Auszahlung der noch fehlenden Differenz. Bringt der Stromhandel einen Verkaufspreis oberhalb des CFD-Preises ein, müssen die Windparkbetreiber diesen Überschuss dagegen abführen.

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Milk the Sun veröffentlicht Betreiberleitfaden


Die Betreiber des Marktplatzes für Photovoltaikanlagen, Milk the Sun, haben einen Leitfaden für Betreiber von Solargeneratoren veröffentlicht. Auf umfangreichen 60 Seiten haben sie zusammen mit 13 erfahrenen Partnern in 20 Fachartikeln alles zusammengetragen, was ein Betreiber einer Photovoltaikanlage wissen und beachten muss. Das beginnt schon beim Kauf und der Finanzierung der Solaranlage. Hier muss der Betreiber wissen, welche Erträge er erwarten kann und wie seine Renditen aussehen.

Über verschiedene Softwarelösungen kann er diese Erträge im Blick behalten und schnell darauf reagieren, wenn etwas aus dem Ruder läuft. Hier geben die Autoren des Leitfadens Hinweise, welche Anlagenverwaltung für die unterschiedlichen Betreiber geeignet sind.

Prüf- und Meldepflichten beachten

In einem separaten Teil erklären die Autoren zudem, welche Pflichten die Betreiber haben. Das beginnt schon mit der Anmeldung in das Marktstammdatenregister über die turnusmäßigen Prüf- und Meldepflichten bis hin zu den Pflichten zur Entrichtung bestimmter Abgaben und Umlagen. Die Autoren unterscheiden dabei unter anderem zwischen den Pflichten, die sich aus der jeweiligen Nutzung des Stroms ergeben. So müssen Eigenverbraucher melden, wie viel Strom sie selbst nutzen und entsprechend eine anteilige EEG-Umlage zahlen, wenn die Anlage mehr als zehn Kilowatt leistet.

Wird der Strom über einen Direktvermarkter an der Börse gehandelt, muss der Anlagenbetreiber die seinem Netzbetreiber fristgemäß mitteilen. Dazu kommen noch die verschiedenen Pflichten, die sich aus Stromlieferverträgen ergeben und natürlich auch stromsteuerrechtliche Pflichten. Die Autoren weisen hier außerdem auf die notwendigen technischen Einrichtungen hin, die in den Anlagen installiert sein müssen. Dazu gehören unter anderem Möglichkeiten der Fernsteuerung durch den Netzbetreiber oder einen Direktvermarkter.

Steuerliche Rechte und Pflichten

Der Fiskus ist aber nicht nur stromsteuerrechtlich mit von der Partie. Im Leitfaden werden auch die weiteren steuerlichen Pflichten und Rechte behandelt. So kann der Anlagenbetreiber den Kauf des Generator unter bestimmten Voraussetzungen von der Einkommenssteuer absetzen und auch bei der Gewerbesteuer kann er die Betriebsausgaben geltend machen. Andererseits muss der Betreiber ein Gewerbe anmelden und einen entsprechenden Betrieb mit allen buchhalterischen Pflichten führen.

Wartung und Betriebsführung ausführlich beschrieben

Die Anlagenbetreiber haben aber nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte. Die Autoren klären in einem Kapitel auf, welche Gewährleistungen und Garantien sie gegenüber Herstellern und Handwerksbetrieben in Anspruch nehmen können, falls die Anlage nicht so funktioniert, wie versprochen. Allerdings setzt das eine regelmäßige Wartung voraus. Welche Schritte hier notwendig sind und worauf der Anlagenbesitzer bei der technische Betriebsführung achten muss, beschreiben die Autoren in einem separaten Kapitel.

Sie beschreiben hier die gängigen Fehler, die auftreten können und vor allem, in wessen Hände diese Betriebsführung und vor allem die Wartung der Generatoren gehört. Denn es gibt Dinge, die darf nur ein zertifizierter Handwerker erledigen. Das fängt bei der Reinigung an, geht über die regelmäßige Prüfung bis hin zu Fehlersuche und Reparaturen an der Anlage.

Die richtige Finanzierung finden

In weiteren Kapiteln beschreiben die Autoren, wie eine Finanzierung der Anlage aussehen kann und welche Vergütungen und andere Einnahmen möglich sind. Dazu kommen noch Hinweise zum Repowering und zum eventuellen Verkauf der Anlage. Der Leitfaden steht für die Betreiber zum kostenlosen Download auf der Webseite von Milk the Sun zur Verfügung.

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