Die LEADER-Region Westlausitz, die aus 12 Städten und Gemeinden besteht, hatte bereits in ihrem Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept (ILEK) aus dem Jahr 2007 die Entwicklung zur „Energieautarken Region Westlausitz“ als eines der Leitprojekte festgelegt. Mit dem Projekt verfolgte die Region das Ziel, rein rechnerisch genauso viel Energie regional zu erzeugen wie übers Jahr von der Region verbraucht wird (vorrangig in den Bereichen Wärme und Strom). Mit der Umsetzung des Leitprojektes sollte der Region zudem ein Image verliehen werden, mit dem sich die Einwohner identifizieren konnten und welches durch diese mit getragen wird.

Im Rahmen dieses Leitprojektes wurden in der Westlausitz zwei sächsische Pilotprojekte umgesetzt. 

Auch in der aktuellen LEADER-Entwicklungsstrategie für die Region spielt der Bereich der intelligenten und nachhaltigen Nutzung von Energie eine wichtige Rolle. So wird das kommunale Energiemanagement in den Städten und Gemeinden auch nach Projektende fortgesetzt.

Auf unserer Energie-Homepage informieren wir über den Prozess und Erfahrungen aus dem Projekt.

Energie-News

3 Beispiele für die internationale Energiewende


Nicole Weinhold

Laut der Internationalen Regenerativagentur Irena würde das Ersetzen der teuersten 500 GW an Kohle-Leistung durch Photovoltaik und Windenergie an Land die Stromsystemkosten jedes Jahr um bis zu 23 Milliarden US-Dollar senken. Weltweit werden immer weniger neue Kohlekraftwerke geplant und gebaut. Kein Wunder, dass immer mehr Staaten auf Erneuerbare setzen. Drei Beispiele:

1. Japan goes Offshore

Offshore-Windparks könnten in Japan bis zu 90 Gigawatt im Jahr 2050 erzeugen und damit 60 Prozent der Kohle- und Atomkraftwerke, die bis dahin stillgelegt worden sind, ersetzen. Offshore-Windparks, die in den kommenden Jahren geplant sind, tragen dazu bei, dass immer mehr alte Kraftwerke abgeschaltet werden. Viele alte Kraftwerke sollen in den nächsten Jahrzehnten mit durchschnittlich fünf Gigawatt pro Jahr in den Ruhestand gehen. Der Anteil an Kohleenergie soll bis zum Jahr 2030 auf 26 Prozent sinken, so das Ziel der japanischen Regierung. Im März 2019 war der Anteil noch bei 32 Prozent. Japans Energieplan 2018 sieht vor, die Offshore-Windenergieerzeugung bis 2030 auf 2,2 Terawattstunden zu erhöhen. Offshore-Windenergiekapazität in Japan betrug Ende 2019 nur 21 Megawatt, allesamt aus Versuchsanlagen. Im November dieses Jahres ist die erste Offshore-Ausschreibung für fest finanzierte Projekte geplant. Die Gewinner werden etwa im Sommer 2021 bekannt gegeben, nachdem die Durchführbarkeit und Wirtschaftlichkeit der vorgeschlagenen Projekte bewertet wurden.

2. Thailand setzt auf Windkraft

Der thailändische Energieentwicklungsplan sieht einen jährlichen Zubau an Windkraft von 90 MW zwischen 2023-2025 vor, mit der Möglichkeit aufzustocken. Im Jahr 2019 wurden in Thailand 322 MW neu installiert, so dass das Land auf insgesamt 1,532 MW kommt – die Hälfte der drei GW, die die Regierung als Ziel für 2037 bestimmt hat. Allerdings hat Thailand 2019 auch mehr Kohle aus Russland importiert - fast doppelt so viel wie 2018. Thailand verfügt über eine hinreichende Sonneneinstrahlung, um seinen gesamten Energiebedarf zu decken. Der Solaranteil liegt bei etwa zwölf Prozent. Es geht voran: Bananen-Produzent Dole Asia Holdings hat mit der Unterzeichnung eines Vertrags mit Symbior Solar zur Ausweitung seiner erneuerbaren Energiebeschaffung auf seine Verarbeitungsanlagen einen Schritt vorwärts auf dem Weg zur Nullemission gemacht. Symbior Solar wird in den Dole-Anlagen in Thailand und auf den Philippinen über 33.000 Quadratmeter Solarmodule installieren. Und Nördlich von Bangkok hat die Firma Solarlite das erste Parabolrinnen-Kraftwerk mit Direktverdampfung eingeweiht. Solarthermie ist für die thailändische Regierung einer der Hoffnungsträger im Energiemix.

3. Nordmazedonien: Solarstrom statt Kohle

Die Kohleverstromung in Nordmazedonien soll spätestens im Jahr 2040 ein Ende haben. Stattdessen setzt die Regierung in ihrer neuen Energiestrategie auf Solarstrom und schreibt den Bau von PV-Anlagen aus. Die Regierung von Nordmazedonien hat eine neue Energiestrategie beschlossen. Danach soll die Stromerzeugung mit Kohle spätestens im Jahr 2040 enden, möglicherweise schon im Jahr 2025. Stattdessen will das Land verstärkt auf Sonnenenergie setzen. In einem stillgelegten Braunkohle-Tagebau im Westen des Landes plant der Staat PV-Anlagen aufzustellen: Im Februar startete die Regierung eine öffentliche Ausschreibung für den Bau von zwei PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von bis zu 100 MW. Bis zum 8. Mai konnten sich Unternehmen für den Aufbau einer öffentlich-privaten Partnerschaft für die Planung, den Bau, die Finanzierung, den Betrieb und die Übertragung von zwei Photovoltaik-Kraftwerken bewerben.

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Windparks mit 410 MW für Pakistan


Nicole Weinhold

Aufträge für den Bau von acht Windparks in Pakistan mit einer Gesamtleistung von 410 MW hat Siemens Gamesa erhalten. Damit steigt das Unternehmen zu einem der führenden Anbieter im wachsenden Windenergiemarkt Pakistans auf. Das Land will sich bis 2030 mit 30 Prozent Erneuerbaren versorgen, sogar 60 Prozent, wenn man die Wasserkraft dazunimmt. Gleichwohl: Es baut seine Stromerzeugungskapazitäten auch aus, um Stromknappheit und Stromausfällen zu begegnen.

In Kooperation mit einem Partner für EPC-Leistungen (Engineering, Procurement and Construction) wird Siemens Gamesa insgesamt 205 Einheiten von der 2.X-Turbine für acht Projekte mit einer Gesamtkapazität von 410 MW liefern, installieren und in Betrieb nehmen. Von den acht Windpark-Projekten befinden sich zwei bereits im Bau, die Inbetriebnahme ist im November 2020 beziehungsweise Februar 2021 geplant.

Ende 2021 nehmen die Parks ihren Betrieb auf

Wenn alle acht Windparks Ende 2021 ihren Betrieb aufgenommen haben, werden sie genug Strom erzeugen, um den Jahresbedarf von bis zu 600.000 lokalen Haushalten mit sauberer und bezahlbarer Elektrizität zu decken. Sie lindern damit die Stromknappheit in Pakistan, wo 40 Millionen Einwohner keinen Zugang zu Elektrizität haben.

„Als globaler Pionier für Windenergie ist Siemens Gamesa sehr erfolgreich, wenn es darum geht, innovative Technologien in sich entwickelnde Märkte auf der ganzen Welt zu bringen. Wir freuen uns über die positiven Effekte für Pakistan und die Partnerschaft, die wir in dem Land schließen konnten", sagt Enrique Pedrosa, Chief Regions Officer der Onshore-Geschäftseinheit von Siemens Gamesa.

„Erneuerbare Energien stehen im Zentrum der globalen Energiewende und werden eine wesentliche Rolle bei der wirtschaftlichen Erholung nach Covid-19 spielen. Wir wollen in Pakistan nachhaltige, bezahlbare und saubere Energie für künftige Generationen bereitstellen", fügt er hinzu.

Von Erdgas- und Ölimporten abhängig

Bislang war Pakistan bei der Stromerzeugung stark von Erdgas- und Ölimporten abhängig, jetzt stellt das Land auf erneuerbare Energien mit Schwerpunkt auf Wind- und Sonnenenergie um, die heute die günstigsten Energiequellen des Landes sind.

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Secondsol öffnet Plattform für Altanlagen


Zum Jahreswechsel ist die EEG-Förderung für die Photovoltaikanlagen der ersten Stunde ausgelaufen. Bisher gibt es noch keine Klärung, was mit den Anlagen geschehen soll. Auf der Suche nach einer Lösung hat Secondsol eine Plattform auf seiner Webseite eingerichtet. „Um eine dezentrale und regionale Versorgung mit Photovoltaikstrom voranzutreiben, müssen Konzepte für einen sinnvollen und lukrativen Weiterbetrieb der ersten Post-EEG-Anlagen entstehen“, begründet Stefan Wippich, bei Secondsol für die Geschäftsentwicklung verantwortlich. „Dabei ist es vor allem wichtig zu wissen, welche Betreiber sich für einen Weiterbetrieb interessieren und wie groß deren Photovoltaikanlagen sind.“

Anlagen bündeln

Deshalb hat das Unternehmen im Thüringischen Meiningen eine Landingpage aufgebaut, auf der sich die betroffenen Anlagenbetreiber registrieren können. Hier geht es vor allem darum zu erfahren, welche Anlagen überhaupt für einen Weiterbetrieb in Frage kommen. „Mit diesem Wissen lassen mehrere Photovoltaikanlagen in einer Region bündeln und es können grüne und regionale Stromprodukte erarbeitet werden“, erklärt Wippich den Ansatz, den er mit der Initiative verfolgt.

Abriss verhindern

Denn die Besitzer der Anlagen brauchen eine Perspektive, ihre Generatoren wirtschaftlich weiter betreiben zu können. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Anlagen nach dem Auslaufen der Einspeisevergütung einfach abgebaut werden. „Die Demontage von alten aber noch funktionstüchtigen Photovoltaikanlagen nach dem EEG-Ende wäre ein Armutszeugnis für die gesamte Idee der erneuerbaren Energien“, kritisiert Stefan Wippich. „Um dem Anspruch eines aktiven Umweltschutzes gerecht zu werden, muss jede bestehende Photovoltaikanlage bis zum technischen Lebensende in das Netz einspeisen können und somit Ihren Teil zu Energiewende beitragen.“ Er verweist darauf, dass schließlich die Herstellung der Komponenten Ressourcen verbraucht.

Wenn Sie sich an der Initiative beteiligen und Ihre Anlage in den Pool einbringen wollen, tragen sie die entsprechenden Daten auf der Landigpage von Secondsol ein.

Wenn Sie die Regelungen für Anlagen im Blick behalten wollen, deren Einspeisevergütung ausgelaufen ist, dann abonnieren Sie einfach den kostenlosen Newsletter von Erneuerbare Energien! Hier können Sie sich anmelden.

Zehn-MW-Anlagen lassen schwimmende Windkraft günstig werden


Tilman Weber

Flagship, Flaggschiff, nennt sich das von der Europäischen Union (EU) geförderte Entwicklungsprojekt, an dessen Ende im ersten Quartal des Jahres 2022 die erste mehr als zehn MW leistende Windturbine auf einem Schwimmer vor Norwegen ankern soll. Ein Konsortium unter Führung des spanischen Energieunternehmens Iberdrola will dann vor der südnorwegischen Inselregion Karmøy mit der Riesen-Schwimmturbine nachweisen, dass selbst Floating Offshore sehr kostenkünstig Windstrom erzeugen kann. Es muss gemäß dem vorgegebenen Förderzweck des EU-Programms Horizon 2020 auch nachweisen, dass 2030 die technisch bislang weniger etablierte Windkraftdisziplin schon zu 4 bis 6 Cent pro Kilowattstunde (kWh) Strom liefern kann. Flagship erhält eine 25-Millionen-Euro-Förderung durch Horizon 2020.

Das noch vor der Entwicklung stehenden Flagship-Schwimmfundamente aus Beton wird allerdings nur das vorerst lastentragfähigste unter einer Reihe schon ähnlich tragfähiger Schwimmfundamente werden. So entsteht derzeit die Kincardine Offshore Windfarm mit fünf 9,5-MW-Turbinen und einer 2-MW-Anlage vor dem schottischen Aberdeen. Das auf knapp 50 MW gemessene Projekt lässt bis spätestens Anfang 2021 den bislang größten schwimmenden Offshore-Windpark ans Netz gehen. Turbinenhersteller MHI Vestas liefert dazu die 9,5-MW-Turbine V164.

Insbesondere MHI Vestas ist indes von Investoren auch noch zur Lieferung weiterer bis zu 10 MW leistender Schwimmanlagen-Gruppen von einer bis drei Turbinen beauftragt worden. Ebenfalls drei 9,5-MW-Anlagen der V164 sollen bis spätestens 2023 im französischen Projekt Groix & Belle-Île vor der Bretagne ans Netz. Und das 30-MW-Windfeld Eoliennes Flottantes du golfe du Lion wird das erste Projekt für 10-MW-Anlagen sein. Hier stellt ebenfalls MHI Vestas die Anlage V164-10 MW zur Verfügung. Der Netzanschluss soll 2022 folgen.

Größter Onshore-Windpark in den Niederlanden mit Repowering


Nicole Weinhold

Eigentlich sind die Niederlande eher für ihre Offshore-Aktivitäten bekannt. Tatsächlich wurden dort 2019 mehr Kilowattstunden auf dem Meer als an Land erzeugt: 3,330 Mrd. kWh mit Vergleich zu 2,750 Mrd. kWh Onshore-Wind. Aber jetzt hat Vattenfall den bis dato größten niederländischen Onshore-Windpark eröffnet. Der ehemalige Windpark „Wieringermeer“ heißt jetzt „Prinzessin Ariane Windpark“ und besteht aus 82 Windkraftanlagen. Er soll rechnerisch rund 370.000 niederländische Haushalte mit Strom versorgen.

Repowering von Windparks erfolgreich

„Der Windpark Prinzessin Ariane ist aus vielen Gründen ein Leuchtturmprojekt für uns. Es ist ein Beleg für unsere Mission, ein fossilfreies Leben innerhalb einer Generation zu ermöglichen. Darüber hinaus passt die Größe des Projekts perfekt zu unserer Strategie des profitablen Wachstums in Europa und es zeigt, dass das Repowering von Windparks erfolgreich ist“, sagt Gunnar Groebler, Senior Vice President und Chef des Geschäftsbereichs Wind von Vattenfall.

Zehn Jahre Vorbereitung und drei Jahre Bauzeit gingen der Eröffnung des Windparks voraus. Die Turbinen wurden in „Linienkonfigurationen“ gebaut, sodass sie gut in die Landschaft des Wieringermeers passen. Die gesamte installierte Leistung aller 82 Windturbinen beträgt 301 Megawatt.

In den Niederlanden erstmals Windkraftanlagen im Wald

Einzigartig für diesen Windpark ist auch, dass vier der Windkraftanlagen im Robbenoord-Wald gebaut wurden. Dank der guten Zusammenarbeit mit der staatlichen Forstbehörde Staatsbosbeheer wurden in den Niederlanden erstmals Windkraftanlagen im Wald aufgestellt.

„Die Zusammenarbeit mit den niederländischen Behörden, der Gemeinde Hollands Kroon und den Beteiligten vor Ort war außergewöhnlich und sie dient als Vorbild für weitere Projekte, wofür ich mich ausdrücklich bei allen Beteiligten bedanken möchte. Ich möchte mich zudem bei allen Teammitgliedern von Vattenfall bedanken, die mit ihrem Engagement und ihrer exzellenten Arbeit dafür gesorgt haben, dass der Prinzessin Ariane Windpark ein echter Erfolg ist“, so Gunnar Groebler.

Fakten & Zahlen zum Prinzessin Ariane Windpark:

• Der Windpark Prinzessin Ariane ist derzeit der größte Onshore-Windpark in den Niederlanden. Die Gesamtkapazität der 82 Windkraftanlagen beläuft sich auf 301 MW und wird erneuerbaren Strom erzeugen, der dem Bedarf von rund 370.000 Haushalten entspricht.

• Der Bau begann im Jahr 2018.

• Die Höhe der Windkraftanlagen bis zur Rotorblattspitze beträgt 177 Meter.

• Turbinentyp: Nordex N117 / 3,6 MW

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